Wie war das noch mit den externen Stakeholdern und ihrer aktiven Einbindung bei Entwicklungen und Umsetzungen von Unternehmens- und ESG-Strategien?
Jahrelang haben internationale Standards dies gefordert und tun es noch heute: Ob GRI, DNK, ISO 14001, AA1000 oder auch der Deutsche Corporate Governance Kodex (DCGK) – es gehört einfach zum guten Ton, die Perspektive externen Stakeholder zumindest in der Theorie mit in Entscheidungs-, Steuerungs- und Entwicklungsprozesse einzubeziehen.
Dabei ist der Stakeholder-Ansatz keineswegs neu!
Friedman vs. Freeman
Milton Friedman sah den alleinigen Zweck eines Unternehmens in der Gewinnmaximierung für seine Aktionäre. Edward Freeman hingegen propagiert(e) mit seinem Stakeholder-Ansatz, dass ein Unternehmen auch Verantwortung gegenüber breiter Interessensgruppen hat, da alle voneinander abhängig sind.
Friedman sah bei den Unternehmen selbst keine soziale Verantwortung, sondern höchstens bei den Aktionären privat. Anders Edward Freeman: Er sieht eine Verpflichtung von Unternehmen gegenüber all jenen Gruppen, die sie beeinflussen oder von ihnen beeinflusst werden. Deshalb plädiert(e) er für die Berücksichtigung der Interessen einer Vielzahl von Stakeholdern, einschließlich Mitarbeitern, Kunden, Lieferanten, Gemeinschaften, Banken und Regierungsbehörden etc.
Stakeholder-Ansatz in ESG-Strategien: Halbherzige Pflichtübung oder Ansatz mit Mehrwert?
Wie wurde diese Theorie in der Wirtschaft in den letzten Jahren praktisch umgesetzt? Besonders im Kontext unternehmerischer Nachhaltigkeits-/CSR-/ESG-Diskussionen und -Praktiken wurde der Stakeholder-Ansatz übernommen. Interne und externe Stakeholder-Ansprüche werden (der Idee nach) im Zusammenhang mit Nachhaltigkeitskriterien von Unternehmen ermittelt, ernst genommen und bei der strategischen Ausrichtung und bei Entscheidungen zu Produkten, Personal, Märkten, Sicherheiten, Qualität- und Berichtsstandards etc. eingebracht.
Neben den sogenannten Primary Stakeholders (Kunden, Mitarbeiter, Lieferanten), die für nahezu jedes Geschäftsmodell relevant sind, wird dabei oft auch die Umwelt als passiver/stiller Stakeholder aufgeführt.
Wo stehen wir heute?
Aber was resultiert aus den bisherigen Anstrengungen von Unternehmen und welchen Mehrwert lieferte der enorme Aufwand, den beispielsweise Konzerne wie die -> Deutsche Telekom oder -> Vonovia beim Stakeholder-Management in den letzten Jahren aufgebracht haben? Und wo stehen wir heute, in einer Zeit, wo die Lage für viele Unternehmen ungemütlicher wird und die Berücksichtigung externer Ansprüche und Interessen sicherlich nicht auf Platz 1 der Agenda vieler Unternehmenslenkern und -entscheidern steht.
Mehrwert liefert ein systematisches Stakeholder-Management ohne Zweifel. Die Frage ist vielmehr, ob Stakeholder-Management nur eine Schönwetter- und Pflichtveranstaltung ist, die auf hehren Theorien der 1980er Jahren basiert (also aus einer Zeit, in der Katastrophen wie -> Tschernobyl und Exxon-Valdez das Umweltbewusstsein in Politik und Gesellschaft erwachen ließen) oder ob der Anspruch an Mehrwert von vornherein in der Planung und im Aufsetzen von Interaktionsformaten zu Nachhaltigkeitsthemen mit Stakeholdern besteht.
Wir sind überzeugt: die Mehrwerte eines systematischen Stakeholder-Managements sind vielfältig.
Haben wir Ihr Interesse geweckt?
Sie möchten Stakeholder-Management systematisch in Ihre Unternehmenspraxis integrieren? Dann freuen wir uns auf Ihre Kontaktaufnahme!